Zyklus-Check 2025: Historische Tops vs. heutige Marktstruktur
Der aktuelle Bitcoin-Zyklus zeigt klare Unterschiede zu den berühmten Blow-off-Tops von 2013 und 2017: Statt eines kurzen, vertikalen Übertreibungsschubs erleben wir seit 2024 eine länger anhaltende Nachfrage, die vor allem durch strukturelle Käufer wie Spot-ETF-Zuflüsse geprägt ist. Diese kontinuierlichen Mittelzuflüsse in US-Spot-ETFs wirken wie ein regelmässiger Nachfrageboden und glätten Preisrückgänge, was die Volatilität gegenüber früheren Zyklen dämpfen kann (siehe die laufend aktualisierten Zuflussdaten; Farside Investors; wöchentliche ETP-Flussberichte bieten zusätzliche Kontextdaten; CoinShares).
On-Chain-Signaturen deuten ebenfalls auf einen reiferen Markt hin. In früheren Spitzenphasen stieg das MVRV (insbesondere der Z-Score) in Extrembereiche, die historische Überbewertungen signalisieren. Aktuelle MVRV-Z-Score-Entwicklungen lassen sich mit früheren Zyklen vergleichen und geben Hinweise, ob eine Überhitzung vorliegt (LookIntoBitcoin). Zusätzlich zeigen HODL-Waves die Altersstruktur des Angebots; ein hohes Verbleiben älterer Coins in starken Händen deutet häufig auf intakte, mittel- bis langfristige Aufwärtstrends hin (LookIntoBitcoin).
Auch die Marktstruktur auf der Derivate-Seite ist 2025 anders: Ein gösserer Anteil institutioneller Aktivität läuft über regulierte Börsen wie die CME, was Basis, Open Interest und Liquidität beeinflusst (CME Group). Kombiniert mit einem breiteren Liquiditätsnetz über CEX, Derivate und ETF-Kanäle entsteht ein Markt, der weniger anfällig für einzelne Kapitulationsereignisse ist, während dennoch Überhitzungen auftreten können (Kaiko Research).
Fazit: Die „neue“ Marktstruktur mit ETF-Nachfrage, institutioneller Derivate-Nutzung und differenzierten On-Chain-Signalen stützt das Narrativ einer längerfristigen Adoptionswelle – mit potenziell anderen Topmustern als in früheren Zyklen (Glassnode Insights).
Signal-Lage: On-Chain (MVRV, SOPR, VDD)
– MVRV (Market Value to Realized Value): Dieser Indikator setzt die aktuelle Marktkapitalisierung in Relation zum realisierten Wert und liefert ein Bild von Über- oder Unterbewertung. Historisch korrelieren hohe MVRV-Z-Scores mit späten Zyklusphasen und Gewinnmitnahmen. Ein moderates MVRV impliziert hingegen Spielraum für eine Fortsetzung, sofern keine makro- oder flows-seitigen Gegenwinde auftreten (LookIntoBitcoin).
– SOPR (Spent Output Profit Ratio): SOPR misst, ob Coins im Durchschnitt mit Gewinn (>1) oder Verlust (<1) bewegt werden. Ein nachhaltiges Halten ueber 1 signalisiert Trendstärke; ein Bruch unter 1 kann Korrekturen vertiefen. Beobachten Sie Re-Tests der 1,0-Linie als „Trendgesundheits-Check“ in Aufwärtsmärkten (LookIntoBitcoin).
– VDD/CDD (Value/Coin Days Destroyed): Hohe Werte zeigen, dass ältere Coins in Bewegung geraten – oft in der Nähe von Tops oder während Distributionsphasen. Eine ruhige CDD-Entwicklung weist auf Hodler-Disziplin hin, die Preisrückgänge abfedern kann (Blockchain.com).
Die Kombination dieser Metriken stellt die „Temperatur“ des Marktes dar: Ein hohes MVRV bei gleichzeitig angespanntem SOPR (ausgedehnte Gewinne) und steigenden VDD/CDD kann auf ein reiferes Top-Setup hindeuten. Umgekehrt koennen ruhige On-Chain-Bewegungen bei nur moderat erhöhtem MVRV und stabilen SOPR-Re-Tests den Boden für Fortsetzungsmuster bereiten. Kontinuierliche On-Chain-Analysen helfen, diese Übergänge rechtzeitig zu erkennen (Glassnode Insights).
Wichtig: On-Chain ist nur ein Baustein. Die Signale entfalten ihre stärkste Aussagekraft im Kontext der Derivate- und ETF-Flows, da diese zunehmend den Takt kurzfristiger Nachfrage und Liquidität bestimmen (Kaiko Research; CoinShares).
Derivate und ETF-Zuflüsse
Derivate bestimmen das kurzfristige Tempo: Steigende Open Interest auf regulierten Boersen und die Entwicklung der Futures-Basis spiegeln die Risikoneigung grösserer Aktöre wider. Eine positive Basis bei gleichzeitig hohem Open Interest signalisiert Optimismus, während stark steigende Finanzierungsraten das Risiko von Long-Kaskaden erhöhen (CME Group; uebersichtliche, frei zugängliche Derivate-Dashboards bieten Echtzeit-Kontext; CoinGlass). In der Optionskurve lassen sich Erwartungen an Volatilität und Extremereignisse ablesen; stark geneigte Skews warnen vor asymmetrischen Risiken (Deribit Insights).
Parallel wirken ETF-Zuflüsse als strukturelle Nachfrage. Seit der Zulassung von Spot-ETFs ziehen wöchentlich neue Mittel in die Assetklasse – mit Unterbrechungen in Risk-off-Phasen. Nettozuflüsse stärken die Aufwärtsdynamik, Nettoabflüsse können Korrekturen beschleunigen. Monitoring der täglichen Zuflüsse bietet einen frühen Blick auf Stimmungsumschwünge (Farside Investors). Zur Validierung des grösseren Bildes dienen die wöchentlichen ETP-Flussberichte (inkl. regionaler Aufschlüsselungen), die zeigen, ob Zuflüsse breit abgestützt sind oder von wenigen Vehikeln getragen werden (CoinShares).
Die Schnittstelle zwischen Derivaten und ETFs ist entscheidend: Persistente ETF-Nachfrage kann hohe Derivate-Leverage absorbieren und Drawdowns begrenzen; umgekehrt koennen ETF-Abflüsse in Kombination mit überspanntem Leverage zu schnellen „Air Pockets“ führen. Ein holistisches Monitoring über On-Chain, Derivate und Flow-Daten erhöht die Robustheit von Timing-Entscheidungen (Kaiko Research; Glassnode Insights).
Pfade nach vorn: Top schon drin, zweite Welle oder Seitwärtsphase? Szenarien und Implikationen
– Top schon drin: Dieses Szenario setzt eine Kombination aus erhöhtem MVRV, nachlassendem SOPR-Momentum (Rückfall Richtung 1), steigenden VDD/CDD (Profitrealisierungen älterer Coins) und Abflüsse/Abschwächung bei ETF-Flüssen voraus. In Derivaten wäre mit fallender Basis, Long-Liquidationen und abnehmendem Open Interest zu rechnen. Konsequenz: Defensivere Allokation, Fokus auf Risikomanagement, Re-Einstiegspläne an strukturellen Supports (LookIntoBitcoin; Blockchain.com; Farside Investors).
– Zweite Welle: Hier stabilisieren sich ETF-Zuflüsse nach einer Pause, SOPR hält nachhaltig über 1, MVRV bleibt auf moderatem Niveau, und Derivate signalisieren konstruktiven Risk-On (gesunde Basis, kontrollierte Finanzierungsraten). Optionen zeigen abnehmende Put-Nachfrage relativ zu Calls. Ein neues Hoch wird möglich, oft begleitet von breiterer Marktteilnahme. Strategisch: Trendfolge mit klaren Invalidation-Punkten und sukzessiver Gewinnsicherung (CoinShares; Deribit Insights).
– Seitwärtsphase: Bei neutralen ETF-Flüssen, flachem MVRV, SOPR-Pendeln um 1 und ausgewogener Derivatepositionierung dominiert Mean-Reversion. Volatilität komprimiert häufig, bevor der nächste Trendimpuls startet. Das bietet Chancen für Range-Strategien und akkumulative Ansätze auf Supportniveau. Ein Blick auf historische Marktzyklen zeigt, dass Seitwärtsphasen im späteren Bullenmarkt nicht untypisch sind, bevor die finale Trendbewegung einsetzt (Investopedia; Kaiko Research).
Unabhängig vom Pfad gilt: Die aktuelle Marktarchitektur – getrieben von regulierten Derivaten und ETF-Nachfrage – unterscheidet sich signifikant von früheren Zyklen. Wer On-Chain-Signale (MVRV, SOPR, VDD/CDD) konsequent mit Derivate- und Flow-Daten verknüpft, verbessert die Qualität seiner Szenarioarbeit und die Disziplin im Positionsmanagement (Glassnode Insights; CoinGlass).
Quellen
- Blockchain.com – Coin Days Destroyed
- CME Group – Bitcoin Futures
- CoinGlass – Derivate-Dashboards und Marktmetriken
- CoinShares – Digital Asset Fund Flows
- Deribit Insights – Options- und Derivate-Analysen
- Farside Investors – Bitcoin ETF Flow
- Glassnode Insights – On-Chain-Analysen
- Investopedia – Market Cycle
- Kaiko Research – Krypto-Marktstruktur und Liquiditaet
- LookIntoBitcoin – Bitcoin HODL Waves
- LookIntoBitcoin – MVRV Z-Score
- LookIntoBitcoin – Spent Output Profit Ratio (SOPR)


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